Warum haben meine Keksstempel eigentlich keinen Griff?

Warum haben meine Keksstempel eigentlich keinen Griff?

Sowohl bei Anfragen nach individuellen Keksausstechern als auch bei Shopverkäufen taucht immer wieder die gleiche Frage auf: Warum haben deine Keksstempel keinen Griff?

Bei Tintenstempeln gibt es ja auch meistens einen Griff und viele Keksstempel haben ebenfalls einen Griff – warum haben denn also meine Plätzchenstempel keinen Griff?

Die kurze Antwort ist: Weil ich es so einfach besser finde.

Und das ist keine vergessene oder eingesparte Kleinigkeit, sondern eine bewusste Entscheidung. Aber natürlich gibt es auch eine lange Antwort und die findest du jetzt in diesem Blogtext!

Also: Wieso haben meine Keksstempel denn nun keinen Griff?

Weil meine Keksstempel eine besondere, strukturierte Rückseite haben!

Wenn man sich die Rückseite meiner Keksstempel genauer anschaut, erkennt man, dass diese nicht komplett glatt ist. Sie ist leicht strukturiert. Im Fachjargon würde man von einer texturierten Oberfläche sprechen.

Das macht den Stempel beim Setzen und Andrücken griffig und man kann damit leichter arbeiten. Zudem ist diese besondere Oberfläche so aufgebaut, dass sich dort kein Schmutz festsetzen kann, also keine Teigreste oder Mehlreste können sich dort ansammeln.

Aber warum nicht einfach darauf einen Griff montieren?

Weil die Herstellung meiner Keksstempel so aufgebaut ist, dass diese Fläche auf der gesamten Rückseite ist und ein Griff würde diesen Aufbau zunichtemachen. Mit einem Griff könnte ich die Oberfläche also nicht ohne Weiteres so texturieren, wie sie es aktuell ist und wie ich es auch für sinnvoll und sicher erachte.

Durch die Struktur-Oberfläche wird so quasi eine Funktion des Griffes ersetzt.

Rückseite Keksstempel Rückseite-Radlader Rückseite-Auto Rückseite-Traktor

Weil ein Griff eine zusätzliche Verbindung wäre, die zu einer Schwachstelle in meinem Produkt werden kann!

Ein Griff wäre, wenn ich meine Ausstecher weiter so herstellen wollen würde, wie ich es für sicher und gut handhabbar halte, ein zusätzliches Bauteil.

Dieses Bauteil müsste ich mit dem eigentlichen Keksstempel verbinden. Aber genau in dieser Verbindung sehe ich eine Schwachstelle, sowohl für die Lebensmittelsicherheit als auch für die Stabilität.

Ein Griff kann an der Verbindung abbrechen. Außerdem sind Verbindungen oft im Inneren unsauber und es können doch Teigreste in einen Bereich gelangen, bei dem sie nicht sichtbar und auch nicht entfernbar sind.

Das ist insbesondere im Hinblick auf die Lebensmittelsicherheit problematisch und ich will auf keinen Fall ein Produkt verkaufen, bei dem in dieser Hinsicht Unsicherheit herrscht.

Außerdem müsste ich beide Teile mit Kleber verbinden. Dieser müsste dann auch für den Lebensmittelkontakt geeignet sein und wäre entsprechend kostspielig.

Deshalb habe ich mich gegen einen Griff als weiteres Bauteil entschieden.

Weil ein Griff den Stempelabdruck meiner Erfahrung nach nicht verbessert, sondern verschlechtert.

Ich weiß, dass viele der Meinung sind, dass ein Griff den Stempeldruck gleichmäßiger verteilt als das ohne Griff der Fall wäre.

Hätte man mich vor ein paar Jahren gefragt, hätte ich es auch so gesehen. Aber meine Erfahrung ist eine andere.

Der Griff lädt dazu ein, den Stempel nur an dieser Stelle in den Teig zu drücken. Das Ergebnis ist dann oft, dass sich die Mitte zu stark eindrückt und der Rand zu wenig.

Es ist ja auch etwas unbequem, die Ränder des Stempels noch per Handdruck einzudrücken, weil man ja am Stempel vorbei fassen muss. Aber genau das sollte man eben tun, damit der Stempelabdruck vollständig und sauber in den Teig gedrückt wird.

Durch die ebene Fläche an der Rückseite meiner Keksstempel kannst du ohne Mühe alle Bereiche bequem und mit Gefühl in den Teig stempeln.

Weil gerade Kinderhände ohne Griff ein besseres Gefühl fürs Backen bekommen.

Und hier kommt noch ein Punkt dazu, der mir persönlich besonders gut gefällt.

Kinder haben durch den direkten Kontakt mit dem Stempel einen direkteren Draht zu der Verbindung zwischen Teig und Stempel. Sie spüren viel unmittelbarer, was passiert, wenn sie leichter oder stärker drücken.

Was passiert, wenn ich nur am Rand drücke? Was passiert, wenn ich nur in die Mitte drücke? Wie verändert sich das Stempelbild, wenn ich meinen Druck verändere?

Dadurch entwickeln sie meiner Meinung nach schneller ein besonderes Fingerspitzengefühl. Sie merken direkt: Wie viel Druck brauche ich eigentlich, damit mein Keks schön gestempelt wird?

Außerdem hilft die grifflose Oberfläche dabei, den Druck gleichmäßiger zu verteilen, und die strukturierte Rückseite sorgt gleichzeitig für guten Halt.

Durch die sinnvolle Reihenfolge beim Ausstechen – Ausstechen, Ausstecher im Teig lassen, Stempel setzen, Ausstecher entfernen, fertig stempeln – kann der Stempel auch ganz einfach im Ausstecher positioniert werden.

So gibt es weniger halbgestempelte Motive!

Warum biete ich euch den Stempel nicht einfach trotzdem, vielleicht optional, an?

Vor allem wegen der oben genannten Gründe.

Ich habe geschrieben, dass der Griff eher hinderlich ist in Bezug auf Lebensmittelsicherheit, Stabilität, Handhabbarkeit und Stempelqualität.

Aber mal angenommen, das wären alles keine Probleme: Wieso würde ich dann trotzdem auf den Griff verzichten?

Ein Blick auf die Zusatzkosten, die ein Griff bedeuten würde, hilft weiter:

  • Zusätzliches Material wird nötig → höhere Kosten
  • Ein weiterer Produktionsschritt wird nötig → höhere Kosten
  • Zusätzliches Volumen beim Versand → höhere Kosten

All diese Punkte bedeuten also keinen Mehrwert, aber höhere Kosten.

Für ein Gimmick, das keinen wirklichen Nutzen hat, möchte ich meine Ausstecher nicht teurer machen müssen.

Aber wie bekommst du ohne Griff den Stempel dann vom Teig?

Eigentlich ganz einfach: Auf die Reihenfolge kommt es an.

Meine Lieblingsreihenfolge ist immer:

Ausstechen → Ausstecher bleibt im Teig → Stempel im Ausstecher platzieren → Ausstecher abnehmen → Stempel abnehmen.

Beim Abnehmen des Ausstechers ist der Stempel als Gegendruck oft sogar sehr praktisch.

Meine Stempel haben immer einen gut greifbaren Rand und lassen sich in der Regel gut vom Teig lösen.

Wenn es mal nicht gut klappt, dann liegt das oft am zu weichen oder zu warmen Teig. Dann den Teig noch einmal kühlen und gegebenenfalls den Stempel vorher etwas in Mehl drücken.

Ich hoffe, dass ich dir gut erklären konnte, wieso meine Keksstempel so grifflos daherkommen.

Das ist ganz bewusst so gewählt, um nicht nur das sauberste Stempelergebnis zu bieten, sondern auch Lebensmittelsicherheit, Stabilität, Kosten und das Handling zu berücksichtigen.

Für mich gilt bei der Frage nach einem Griff für den Keksstempel:

Weniger ist hier tatsächlich mehr!

Ganz viele Vanillezucker-Momente und keksige Grüße aus Oberschwaben,

Ines von der keksausstecherei

Verfasst von Ines Radtke am 01.10.2026 - Anregungen, Fragen Probleme? - Kontakt gerne über: kontakt@keksausstecherei.de

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